„Der Caravaner“ Valentin von Vacano trampt mit dem Wohnwagen ohne Zugfahrzeug vom Tessin quer durch Europa zur Urlaubsmesse nach StuttgartExperiment geglückt: „Der Caravaner“ Valentin von Vacano hat es geschafft und die Alpen auch ohne Elefanten, dafür mit Hilfe von „Zugvögeln“, überquert. Zugvögel nennt er diejenigen hilfsbereiten Menschen, die ihn und sein „Schwalbennest“, einen Kleinwohnwagen der Firma Knaus, unentgeltlich ziehen, denn Der Caravaner ist ohne eigenes Zugfahrzeug und nur mit dem ausgestreckten Daumen unterwegs. Er will auf der „Weg und Hin Tour” vier Wochen quer durch Europa zur CMT nach Stuttgart trampen und muss bis Ende dieser Woche pünktlich da sein. Kurz vorweg genommen: es sieht gut aus, der Zusammenhalt der großen multinationalen „Zugvögel-Familie“ wird über alle Landesgrenzen hinweg gelebt. Wildfremde, völlig „normale“ Menschen aller Altersklassen – keine jungen Freaks – finden die „Weg und Hin Tour“ super, hängen das „Schwalbennest“ des Caravaners an ihre Anhängerkupplung und ziehen Valentin und Wohnwagen in Richtung Heimat.
Los ging’s am 16. Dezember bei strahlend blauem Himmel in der CMT-Partnerregion für den Caravaning-Teil, im Tessin. Fast wäre die Mission frühzeitig am Lago Maggiore gescheitert, denn die ersten Tage waren zäh und Der Caravaner kam nicht voran. Schließlich stellte ihm die örtliche Polizia ein Ultimatum, denn ein zugwagenloser Wohnwagen darf maximal einen Tag stehen bleiben. Ausgerechnet auf dem Parkplatz der Ausstellungswelt Swissminiatur in Melide südlich von Lugano schien dem „Schwalbennest“ die Puste auszugehen. Dann nahte Rettung in Gestalt von Fiorenzo Vella, schreibt Der Caravaner in seinem Blog (www.der-caravaner.de): „Er ist uns in einem Augenblick begegnet, in dem es eigentlich keine Hoffnung mehr gab und ich das Projekt am Boden sah. Fiorenzo hat uns bis nach Coldrerio gebracht und seine Telefonnummer hinterlassen – für den Notfall.“ Dieser blieb Gottseidank aus, im Gegenteil, denn als nächste Zugvögel kamen Drago und seine Frau Rada. Das serbo-kroatische Ehepaar mittleren Alters nahm Valentin sage und schreibe 621 Kilometer quer durch Norditalien mit nach Ljubljana in Slowenien. Ein absoluter Glücksfall für den Caravaner: „Drago und Rada sind Menschen, die ich sehr liebgewonnen habe; solche, die ich mir zum Freund wünsche. Ich hoffe, sie bald wiedersehen zu dürfen. Leute, ihr müsst einfach so einen Anhalter-Trip machen. Ich lerne hier mehr als in jeder Schule und das Leben wird mir Tag um Tag zum Freund.“
Über Maribor und die Steiermark-Hauptstadt Graz zog es ihn weiter, bis auf dem Weg nach Wien der Stromgenerator seinen Geist aufgibt. Keine Energie, kein Licht, keine Verbindung ins Internet und vor allem – keine Heizung. Und das bei Minusgraden, die Tage des Abhärtens kommen und gehen wieder. Weihnachten in Slowenien, Silvester in Wien, Der Caravaner kommt gut ins Neue Jahr. Dann heißt es wieder warten, warten, weiter warten, bis „ein älterer, gepflegter Herr die Treppe vom Rasthof herunterkam und das Auto aus Entfernung aufklickte. Die Lichter blinkten, ich lächelte und zuckte vorwärts. Irgendwie hatte ich plötzlich so ein Gefühl… Laszlo hörte sich meine Geschichte fragend an. Gut?! Von der Seite kam seine Frau Tina und schaute skeptisch auf ihren Mann. Ich gab ihr meine Hand und stellte mich vor. Zusage! Der totale Kick, die Fahrt ging los.“ Der Caravaner landet mit seinem „Zugvogel Nummer 9“ nach 350 Kilometer in Regensburg und ist inzwischen über Nürnberg auf dem Weg nach Überlingen. Der Bodensee zum nach-silvesterlichen Schwimmen wartet schon. Knapp 300 Facebook-Fans verfolgen inzwischen die Tour des Caravaners, und sein Blog wird täglich von mehreren hundert mitfiebernden Internet-Freunden gelesen. Fortsetzung folgt, mit Sicherheit.
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